Getrieben sein …

Schreiben, schreiben, überarbeiten, überarbeiten, wieder schreiben, überarbeiten …
Ihr könnt euch vorstellen, wie es weitergeht.
Wo bleibt das Lesen? Wo die Entspannung?

Seit Monaten bin ich von einer inneren Unruhe getrieben. Ständig sprach da eine Stimme zu mir und hat mich angetrieben, noch schnell die Kurzgeschichte zu Ende zu schreiben. Plotte schon mal für dein nächstes Projekt.
Das schlechte Gewissen überfiel mich, wenn ich mal einen Abend nichts gemacht habe, weil ich schlicht und einfach zu müde war.

Ich habe nicht einmal die Ruhe gehabt ein Buch zu lesen, weil die Stimme in meinem Kopf mir zugeschrien hat: Wenn du liest, bekommst du die Geschichte nicht fertig.
Wenn der Fernseher lief und ich eine Serie oder einen Film gucken wollte, hatte ich den Laptop auf den Knien und den „Spruch des Tages“ vorbereitet oder Bilder für Instagramposts. Einmal habe ich mich sogar dabei erwischt, wie ich ein Lektorat ins Manuskript einarbeitete.

Vor drei Wochen sagte ich mir dann: Stopp! So geht’s nicht weiter. Du verlierst den Spaß an der Sache, wenn du dich weiter so treibst.

Also zwang ich mich dazu, abends den Laptop beiseite zu legen. Ignorierte mein schlechtes Gewissen. Das Manuskript läuft nicht weg. Es ist nicht mein Brotjob, ich verdiene damit nicht meinen Lebensunterhalt.

Der „Spruch des Tages“ wurde eingestampft und, auch wenn es nur ein bis zwei Stunden wöchentlich dauerte, ihn für eine Woche vorzuplanen, war ich befreiter. Denn die Woche geht so schnell um, dass ich jeden Freitag, Samstag oder Sonntag unter Druck geriet und aus einem Spaß eine Pflicht wurde. Immerhin gab es da Menschen, die ihn gerne gelesen haben.

Letzten Sonntag habe ich seit langer Zeit fast drei Stunden in Ruhe auf dem Sofa gelegen und gelesen. Ohne Stimme in meinem Kopf, die mir zugeschrien hat, das ist verschwendete Zeit. Und es tat so gut.

Das Schreiben macht mir Spaß, auch das Drumherum, aber an anderen Dinge habe ich ebenso Freude und das Schreiben darf ruhig auch mal in den Hintergrund geraten.

Seid ihr auch schon einmal in so einen Strudel geraten?
Habt euch getrieben gefühlt?
Was habt ihr gemacht, damit ihr wieder daraus kommt?

Passt auf euch auf.

Liebe Grüße
Nella

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Ingo S. Anders

Ingo schreibt anders.

Auf anderen Seiten - Other Sides

Über das Schreiben - On writing

The Art of Reading

Ein Buchblog

Patricia Renoth

Zeit für funkensprühende Romantik und große Gefühle

diandras geschichtenquelle

Der Anfang ist nicht immer der Anfang...

Flügel aus Papier

"Reading is like flying to your own, infinite kingdom." (Deepanwita Nath)

%d Bloggern gefällt das: